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... ein poetischer Gang durch die Straßen von Nicosia
“Ich möchte von einem Kafenion berichten, von der Katze, die dort lebte und von den Käserinden, die ich an sie verfütterte; auch von dem Besitzer des Kafenion, der eines Tages von einem Auto überfahren wurde und von dem Tablett mit Gläsern und Kaffee, das geflogen kam…”
So beginnt die erste Kurzgeschichte in “Ledra Street”, einem Band mit Kurzgeschichten herausgegeben in 2006. Ich traf Nora anlässlich der Wiedereröffnung des Goethe-Instituts in Nicosia; sie war dort im Kreise ihrer Poetenfreunde aus dem Nordteil der Insel und Zeki Ali, einer von ihnen, stellte sie mir vor. Eine gute Poetin, Heidi, sagte er. In unseren Augen, die sich trafen, war ein Erkennen. Wir sprachen von Poesie, was sonst, insbesondere über das Übersetzen von Poesie, eine endlose Geschichte.
Im Internet suchte und fand ich weitere Information über sie und ihre Arbeit und wir trafen uns wieder, nachdem ich mich eingelesen hatte, in ihre Gedichte und Kurzgeschichten aus verschiedenen Publikationen.
Zwei Frauen an einem Kaffeehaustisch, ein anderes Kaffeehaus in Nicosia als das von damals, ein literarisches nebenbei, zwei Frauen sich gegenüber, beide weit gereist mit verschiedenen Lebenshintergründen, öffnen die Türen zu ihren Gebäuden. Bilder reihen sich aneinander. Doch nicht so sehr verschieden, unsere Welten.
Nora Nadjarian, 1966 geboren in Limassol, eine Zypriotin armenischer Abstammung.
“Ich bin Zypriotin, was sonst! Ihre Eltern waren im Stoffhandel. Sie besuchte die Armenische Grundschule, ging dann später auf die Englische Foley’s Grammar School in Limassol. “Ich schreibe in Englisch, Griechisch und Armenisch, fühle mich jedoch im englischen am wohlsten, es ist auch als Basis angemessener bei literarischen Wettbewerben, muss ich mich nicht um Übersetzungen zu bemühen, um einen Übersetzer, der mich und meine Arbeitsweise, meinen Stil kennt, verstehst Du?“
Nora graduierte von der Fakultät für moderne Sprachen und Linguistik an der Manchester Universität und nach ihrer Rückkehr ging sie ins Lehrfach an Schulen in Limassol und später in Nicosia. “Das Schreiben von Gedichten und später Kurzgeschichten war sozusagen eine logische Begleiterscheinung für mich. Doch erst durch die Ermutigung aus dem engsten Freundeskreis begann ich, mich bei internationalen literarischen Wettbewerben zu beteiligen -Anfang 1999 – 2000 - und als mein Gedicht "Vinegar” mit einem Preis bedacht wurde, gewann ich an Selbstvertrauen; dieses erste Gedicht bedeutete einen Wendepunkt in meinem Leben.”
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Sie wäre keine Poetin, wenn sie nicht auch die Probleme ihrer Heimat in einer Ecke ihres Herzens tragen würde, der Insel Zypern und ihrer Bewohner der unterschiedlichsten Herkunft, jedoch setzt sie sprachliche Synonyme ein anstatt einer direkten Attacke, Bilder einer traurigen Sehnsucht, ein Seufzer in der Nacht.
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Oder in ihrer Kurzgeschichte "The Dinner Party", in der eine blaue Tischdecke, auf der Salz- und Pfeffergefäße endlos bewegt werden, eine eng verdichtete Atmosphäre schafft.
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Ihre Poesie, ihre Kurzgeschichten gehen auf Reisen; sie reist ihnen hinterher oder sie begleitet sie, auf dem Wege zu internationalen Wettbewerben, Poesiefestivals oder Workshops, Leseabenden.
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Nora erzählt mir von einem neuen Literaturprojekt, es entsteht ein handgeschriebenes Notizbuch, und sie ergänzt den Text mit Bildern und anderen Wortteilen zu einer Kollage; diese Arbeit und andere sollen in den Vereinigten Staaten eine Rundreise durch Galerien machen. Wie aufregend! Ich beobachte Nora. Dinge, die wir zur Sprache bringen, hängen in der Luft und sie greift nach ihnen. Fassbare Dinge plötzlich, Teile, Gedankenfetzen für eine neue Geschichte, neue Bilder, die sie einfügen wird in eine ihrer poetischen Kompositionen.
Autorin: Heidi Trautmann*, Juli 2011
Weitere Weblinks:
http://bettyboopinspired.blogspot.de
www.lyrikline.org/de/gedichte/aphrodite-rising-6927#.VHSdpsloCuM
Nora Nadjarian
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Special ab 2013
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